Schulze fordert Öko-Kriterien für Aufforstung

Bundeshilfen für die deutschen Wälder müssen aus Sicht von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) an strenge Umwelt-Kriterien gebunden sein. Ein Programm zur Wiederbewaldung, das Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) fordert, sei richtig, heißt es in Leitlinien, die das Bundesumweltministerium am Freitag veröffentlichte. Es müsse aber «Vorbildcharakter» haben und dürfe nicht dazu führen, mit «erheblichen öffentlichen Mitteln» Probleme zu verlängern. «Anfällige Fichtenwälder durch anfällige Fichtenwälder, andere Nadelbaumarten oder nicht-heimische Baumarten zu ersetzen, löst das Problem nicht.» Zuerst hatte die Funke-Mediengruppe darüber berichtet.


Ziel müsse ein «Paradigmenwechsel» im Wald sein, heißt es in den Leitlinien: Nicht wirtschaftliche Überlegungen, sondern die «dauerhafte Sicherung strukturreicher, klimastabiler und ökologisch hochwertiger Waldökosysteme» müsse im Zentrum stehen. Wenn mit öffentlichen Geldern gefördert werde, müsse dies «an klare Vorgaben gekoppelt werden», etwa Anforderungen an die Naturnähe und den Beitrag für den Klimaschutz.


Zudem plädiert das Ministerium für den Grundsatz «Wald vor Wild». Wild kann den «Waldumbau» verhindern oder erschweren, weil Tiere die nachwachsenden Bäume fressen. Zwischen Förstern und Jägern führt das immer wieder zu Streit, wenn Förster eine geringere Wild-Dichte wollen als Jäger.


Der Funke-Mediengruppe sagte Schulze: «Bei der Wiederbewaldung kommt es darauf an, nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.» Für die Rettung der Wälder in Zeiten des Klimawandels und die Bewältigung der aktuellen Waldschäden sind nach Einschätzung von Landwirtschaftsministerin Klöckner mindestens 1,5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren nötig.

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